Teebaumöl für Kinder Ist es für Kinder, Babies & Kleinkinder geeignet?

Produktvergleich zuletzt aktualisiert am 02.10.2020
Autor: Dr. Lisa Dinh
Datum: 02.10.2020
Lesezeit: 3:27 min

Teebaumöl ist nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet und sollte auch bei größeren Kindern mit äußerster Vorsicht angewendet werden. Informieren Sie sich hier über mögliche Gefahren und wie Sie Teebaumöl für Kinder verwenden können.

Teebaumöl ist ein enorm starkes Mittel, das zahlreiche Krankheitserreger bekämpft. Doch bei Babys, Kleinkindern und Kinder kann Teebaumöl unerwünschte und sogar lebensgefährliche Nebenwirkungen hervorrufen. Informieren Sie sich hier über den aktuellen Wissensstand und erfahren Sie, wie Sie mit Teebaumöl Ihren Nachwuchs sicher behandeln können.

Teebaumöl für Kleinkinder und Babys? Nein!

Teebaumöl gehört zu den ätherischen Ölen, die bei Babys und Kleinkindern Atembeschwerden auslösen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält es für erwiesen, dass selbst geringe Spuren von Teebaumöl und anderen ätherischen Ölen, zum Beispiel in Duftlampen oder Kosmetika, bedenkliche Nebenwirkungen verursachen können. Neben Teebaumöl gelten folgende Öle als besonders gefährlich:

  • Eukalyptus
  • Kampfer
  • Thymian
  • Pfefferminz

Zu den genannten Folgen gehören Haut- und Schleimhautreizungen, Bewegungsstörungen, Erbrechen und Krampfanfälle. Direkter Kontakt mit ätherischen Ölen kann bei Kindern unter 3 Jahren sogar zu lebensgefährlichen Verkrampfungen des Kehlkopfs führen und Atemstillstand bewirken. Falls Ihr Kleinkind aus Versehen mit ätherischen Ölen in Berührung gekommen ist, sollten Sie sofort den Vergiftungsnotruf kontaktieren.

Immunsystem nicht provozieren

Teebaumöl sollten Sie auch wegen des im Aufbau begriffenen Immunsystems nicht bei kleinen Kindern und Säuglingen anwenden. Während der ersten 3 Lebensjahre entwickelt sich das Immunsystem von Kindern nach und nach. In den ersten Lebensmonaten erhält das Kind über die Muttermilch die Antikörper der Mutter und ist so weitgehend geschützt. Nach dem Abstillen jedoch ist das Kind auf sich allein gestellt. Während Schnupfen und andere Infektionen das Immunsystem quasi trainieren, sollten Sie vorsichtig mit allen Substanzen sein, die Allergien auslösen können.

Teebaumöl gehört zu den Stoffen, die bei empfindlichen Menschen Kontaktallergien verursachen können. Bis zu einem gewissen Grad kann das Immunsystem Reizstoffe verkraften. Wenn ein empfindliches Kind jedoch häufig mit einem Allergen in Berührung kommt, kann das Immunsystem Alarm schlagen und eine allergische Reaktion auslösen. Mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem robuster, sodass die Gefahr einer Allergie zurückgeht.

Teebaumöl für Kinder ab 3 Jahren

Wenn sich das Immunsystem im Alter von 3 Jahren vollständig entwickelt hat, können Sie Ihr Kind mit Teebaumöl behandeln. Allerdings sollten Sie dabei äußerst vorsichtig sein und das Teebaumöl so niedrig wie möglich dosieren.

Wichtig: Verwenden Sie Teebaumöl nie unverdünnt. Bei kleinen Kindern sollten Sie unbedingt einen Verträglichkeitstest durchführen!

Die normale Dosierung von Teebaumöl in Trägeröl beträgt bei Erwachsenen 3 Tropfen pro Teelöffel Trägeröl. Für Kinder sollten Sie diese Menge auf 1 Tropfen pro Teelöffel reduzieren und nach und nach erhöhen, wenn der Patient das Öl gut verträgt. Als Trägeröl eignen sich im Prinzip alle hautfreundlichen Öle, zum Beispiel:

  • Jojobaöl
  • Kokosöl
  • Hanföl
  • Hagebuttenöl
  • Olivenöl

Bevor Sie Wunden, Erkältungen und Hautkrankheiten mit Teebaumöl bei Kindern behandeln, sollten Sie die Verträglichkeit von Teebaumöl testen. Dafür tragen Sie etwas verdünntes Teebaumöl auf der dünnen Haut der Arminnenseite auf. Nun warten Sie 24 Stunden lang. (Bei Erwachsenen genügt eine Wartezeit von einer Stunde oder weniger.) Wenn sich keine Rötungen oder andere Nebenwirkungen einstellen, verträgt Ihr Kind das Teebaumöl.

Eine perfekte Methode für die Behandlung von Erkältungen und bei Kindern häufigen Ohrentzündungen ist Inhalieren. Beim Inhalieren vermeiden Sie den direkten Kontakt mit Teebaumöl. Die über 100 verschiedenen Wirkstoffe lösen sich im Wasserdampf und erreichen den gesamten Rachen- und Kopfraum in ungemein geringen, aber dennoch wirksamen Mengen.

Teebaumöl für Jugendliche

Vor einigen Jahren machte eine Studie Schlagzeilen, die über ungewöhnlichen Brustwuchs bei männlichen Jugendlichen nach regelmäßiger Anwendung von Teebaumöl und Lavendelöl berichtete. Anlass für die Studie waren drei Patienten des Kinderarztes Clifford Bloch. Jungen im Alter von 4, 7 und 10 Jahren hatten anormale Brüste entwickelt. Als Auslöser stellten sich kosmetische Produkte heraus, die die Kinder regelmäßig benutzt hatten. Teebaumöl und Lavendel enthalten Phytoöstrogene, pflanzliche Substanzen, die im Körper ähnlich wie Östrogen wirken.

Gegner der Studie wiesen in einem Positionspapier darauf hin, dass Einzelfälle auf keinen Fall groß angelegte, klinische Studien ersetzen können. Als Eltern sollten Sie jedoch bei der Gesundheit Ihrer Kinder kein Risiko eingehen. Die gelegentliche Behandlung von Beschwerden mit Teebaumöl ist unbedenklich. Die regelmäßige, tägliche Anwendung in Kosmetika vermeiden Sie jedoch besser - auch bei Mädchen. Hormonähnliche Stoffe können den Organismus bei heranwachsenden Kindern vollkommen aus dem Gleichgewicht bringen. Bei den betroffenen Jungen hatten sich die Brüste zurückgebildet, nachdem sie auf die Kosmetika mit Teebaumöl und Lavendel verzichtet hatten. Ob diese vorübergehende Störungen Langzeitwirkungen mit sich bringt, ist bisher nicht abzusehen.

Studien

Da es seit 1991 zu ca. 30 Fällen von Hautsensibilisierungen kam, wurde ein Versuch an Meerschweinchen durchgeführt, um die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe ausfindig zu machen. Dabei wurde frisch destilliertes und altes (oxidiertes) Teebaumöl getestet. Das Ergebnis war eindeutig. Frischen Teebaumöl verursachte weitaus weniger Sensibilisierungen, als das oxidierte. Teebaumöl sollte daher immer luftdicht und lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Michael Harkenthal

Dr. Michael Harkenthal

Institut für Pharmazeutische Biologie, Universität Heidelberg

Jürgen Reichling

Prof. Dr. Jürgen Reichling

Institut für Pharmazeutische Biologie an der Universität Heidelberg…

Autoren: Hausen BM, Reichling J, Harkenthal M. | Institut: Institut für Pharmazeutische Biologie | Land: Heidelberg, Deutschland | Datum: Jun, 1999 | Quelle: Link zur Studie

Da es in der Vergangenheit öfters zu Kontaktallergien bei der Verwendung von purem Teebaumöl kam, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung die pure Anwendung als "unsicher" erklärt. Teebaumöl sollte deshalb nur noch in einer Konzentration von 1 % auf der Haut verwendet werden.

Autoren: Bundesinstitut für Risikobewertung | Institut: Bundesinstitut für Risikobewertung | Land: Berlin, Deutschland | Datum: Sep. 2003 | Quelle: Link zur Studie

Es wurden 3 Fälle von Gynäkomastie (Männerbrüste) in Jugendlichen untersucht, die ansonsten ein gesundes Testosteron-Level hatten. Alle 3 Patienten verwendeten zuvor Teebaumöl oder Lavendelöl regelmäßig auf der Haut. Nachdem die äußere Applikation beendet wurde, verschwanden nur kurze Zeit später, die Symptome der Gynäkomastie. Man geht davon aus, dass beide Öle eine anti-androgene und estrogen-fördernde Wirkung besitzen.

Derek V. Henley

Derek V. Henley PhD

Regional Manager, Oncology Medical Science Liaisons at AbbVie, Inc.…

Natasha Altman

Natasha Altman M.D.

Assistant Professor an der University of Colorado Hospital (UCH)

Kenneth S. Korach

Kenneth S. Korach PhD

Reproductive & Developmental Biology Laboratory / Receptor Biol…

Clifford A. Bloch

Clifford A. Bloch M.D.

Pediatric endocrinologist am Avista Adventist Hospital

Autoren: Derek V. Henley, Ph.D., Natasha Lipson, M.D., Kenneth S. Korach, Ph.D., and Clifford A. Bloch, M.D. | Institut: Laboratory of Reproductive and Developmental Toxicology, National Institute of Environmental Health Sciences | Land: Durham, North Carolina, USA | Datum: Feb, 2017 | Quelle: Link zur Studie

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