Teebaumöl - Ist es für Kinder, Babies & Kleinkinder geeignet?

Teebaumöl ist ein enorm starkes Mittel, das zahlreiche Krankheitserreger bekämpft. Doch bei Babys, Kleinkindern und Kinder kann Teebaumöl unerwünschte und sogar lebensgefährliche Nebenwirkungen hervorrufen. Informieren Sie sich hier über den aktuellen Wissensstand und erfahren Sie, wie Sie mit Teebaumöl Ihren Nachwuchs sicher behandeln können.

Teebaumöl Babies

Teebaumöl für Kleinkinder und Babys? Nein!

Teebaumöl gehört zu den ätherischen Ölen, die bei Babys und Kleinkindern Atembeschwerden auslösen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält es für erwiesen, dass selbst geringe Spuren von Teebaumöl und anderen ätherischen Ölen, zum Beispiel in Duftlampen oder Kosmetika, bedenkliche Nebenwirkungen verursachen können. Neben Teebaumöl gelten folgende Öle als besonders gefährlich:

  • Eukalyptus
  • Kampfer
  • Thymian
  • Pfefferminz

Zu den genannten Folgen gehören Haut- und Schleimhautreizungen, Bewegungsstörungen, Erbrechen und Krampfanfälle. Direkter Kontakt mit ätherischen Ölen kann bei Kindern unter 3 Jahren sogar zu lebensgefährlichen Verkrampfungen des Kehlkopfs führen und Atemstillstand bewirken. Falls Ihr Kleinkind aus Versehen mit ätherischen Ölen in Berührung gekommen ist, sollten Sie sofort den Vergiftungsnotruf kontaktieren.

Immunsystem nicht provozieren

Teebaumöl sollten Sie auch wegen des im Aufbau begriffenen Immunsystems nicht bei kleinen Kindern und Säuglingen anwenden. Während der ersten 3 Lebensjahre entwickelt sich das Immunsystem von Kindern nach und nach. In den ersten Lebensmonaten erhält das Kind über die Muttermilch die Antikörper der Mutter und ist so weitgehend geschützt. Nach dem Abstillen jedoch ist das Kind auf sich allein gestellt. Während Schnupfen und andere Infektionen das Immunsystem quasi trainieren, sollten Sie vorsichtig mit allen Substanzen sein, die Allergien auslösen können.

Teebaumöl gehört zu den Stoffen, die bei empfindlichen Menschen Kontaktallergien verursachen können. Bis zu einem gewissen Grad kann das Immunsystem Reizstoffe verkraften. Wenn ein empfindliches Kind jedoch häufig mit einem Allergen in Berührung kommt, kann das Immunsystem Alarm schlagen und eine allergische Reaktion auslösen. Mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem robuster, sodass die Gefahr einer Allergie zurückgeht.

Teebaumöl für Kinder ab 3 Jahren

Wenn sich das Immunsystem im Alter von 3 Jahren vollständig entwickelt hat, können Sie Ihr Kind mit Teebaumöl behandeln. Allerdings sollten Sie dabei äußerst vorsichtig sein und das Teebaumöl so niedrig wie möglich dosieren.

Wichtig: Verwenden Sie Teebaumöl nie unverdünnt. Bei kleinen Kindern sollten Sie unbedingt einen Verträglichkeitstest durchführen!

Die normale Dosierung von Teebaumöl in Trägeröl beträgt bei Erwachsenen 3 Tropfen pro Teelöffel Trägeröl. Für Kinder sollten Sie diese Menge auf 1 Tropfen pro Teelöffel reduzieren und nach und nach erhöhen, wenn der Patient das Öl gut verträgt. Als Trägeröl eignen sich im Prinzip alle hautfreundlichen Öle, zum Beispiel:

  • Jojobaöl
  • Kokosöl
  • Hanföl
  • Hagebuttenöl
  • Olivenöl

Bevor Sie Wunden, Erkältungen und Hautkrankheiten mit Teebaumöl bei Kindern behandeln, sollten Sie die Verträglichkeit von Teebaumöl testen. Dafür tragen Sie etwas verdünntes Teebaumöl auf der dünnen Haut der Arminnenseite auf. Nun warten Sie 24 Stunden lang. (Bei Erwachsenen genügt eine Wartezeit von einer Stunde oder weniger.) Wenn sich keine Rötungen oder andere Nebenwirkungen einstellen, verträgt Ihr Kind das Teebaumöl.

Eine perfekte Methode für die Behandlung von Erkältungen und bei Kindern häufigen Ohrentzündungen ist Inhalieren. Beim Inhalieren vermeiden Sie den direkten Kontakt mit Teebaumöl. Die über 100 verschiedenen Wirkstoffe lösen sich im Wasserdampf und erreichen den gesamten Rachen- und Kopfraum in ungemein geringen, aber dennoch wirksamen Mengen.

Teebaumöl für Jugendliche

Vor einigen Jahren machte eine Studie Schlagzeilen, die über ungewöhnlichen Brustwuchs bei männlichen Jugendlichen nach regelmäßiger Anwendung von Teebaumöl und Lavendelöl berichtete. Anlass für die Studie waren drei Patienten des Kinderarztes Clifford Bloch. Jungen im Alter von 4, 7 und 10 Jahren hatten anormale Brüste entwickelt. Als Auslöser stellten sich kosmetische Produkte heraus, die die Kinder regelmäßig benutzt hatten. Teebaumöl und Lavendel enthalten Phytoöstrogene, pflanzliche Substanzen, die im Körper ähnlich wie Östrogen wirken.

Gegner der Studie wiesen in einem Positionspapier darauf hin, dass Einzelfälle auf keinen Fall groß angelegte, klinische Studien ersetzen können. Als Eltern sollten Sie jedoch bei der Gesundheit Ihrer Kinder kein Risiko eingehen. Die gelegentliche Behandlung von Beschwerden mit Teebaumöl ist unbedenklich. Die regelmäßige, tägliche Anwendung in Kosmetika vermeiden Sie jedoch besser - auch bei Mädchen. Hormonähnliche Stoffe können den Organismus bei heranwachsenden Kindern vollkommen aus dem Gleichgewicht bringen. Bei den betroffenen Jungen hatten sich die Brüste zurückgebildet, nachdem sie auf die Kosmetika mit Teebaumöl und Lavendel verzichtet hatten. Ob diese vorübergehende Störungen Langzeitwirkungen mit sich bringt, ist bisher nicht abzusehen.

Quellen

https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zur_anwendung_von_aetherischen_oelen-10945.html
Henley D, Lipson N, Korach K, Bloch C. Prepubertal Gynecomastia Linked to Lavender and Tea Tree Oils. New England Journal of Medicine, Feb. 1, 2007.
https://forum-essenzia.org/downloads/2018_gynaekomastie_gemeinsam.pdf