Teebaumöl Nebenwirkungen & Allergien und mögliche Gefahren

Teebaumöl ist eine überaus kraftvolle Substanz, die Sie so gut wie nie unverdünnt anwenden sollten. Wie jeder Wirkstoff, so kann auch Teebaumöl zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Allergische Reaktionen auf Teebaumöl, die sich vor allem auf der Haut bemerkbar machen, gehören zu den negativen Effekten von Teebaumöl. Informieren Sie sich hier umfassend über Nebenwirkungen von Teebaumöl!

Teebaumöl Nebenwirkungen

Teebaumöl und Allergie

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Teebaumöl zählen Allergien. Vor allem Kontaktallergien der Haut, aber auch Kreuzallergien, machen empfindlichen Menschen zu schaffen. Falls Sie zu Allergien neigen, brauchen Sie dennoch nicht auf die heilende Wirkung von Teebaumöl verzichten. Zunächst sollten Sie darauf achten, dass Sie nur Teebaumöl von guter Qualität kaufen mit einem hohen Anteil von Terpinen-4-ol. Zudem löst frisches Teebaumöl wesentlich weniger Allergien aus als Teebaumöl, das seit Monaten oxidiert. Neben der Haltbarkeit von Teebaumöl spielt die Menge beim Auslösen von Allergien eine Rolle. Wenn Sie Teebaumöl ständig für die Haut-, Haar- oder Zahnpflege verwenden, ist eine Allergie wahrscheinlicher, als wenn Sie Teebaumöl nur bei akuten Krankheiten als natürliches Heilmittel nutzen.

Bevor Sie Teebaumöl verwenden, sollten Sie unbedingt einen Verträglichkeitstest machen. Dazu mischen Sie 3 Tropfen Teebaumöl mit 1 Teelöffel Trägeröl, zum Beispiel Kokosöl oder Olivenöl, und massieren die Mischung leicht in die dünne Haut an den Innenseiten der Unterarme ein. Stellen sich innerhalb 1 Stunde keine Nebenwirkungen ein, vertragen Sie Teebaumöl. Um eine Kontaktallergie auszuschließen, sollten Sie jedoch mindestens 12 Stunden lang warten. Die Symptome einer Kontaktallergie treten frühestens nach 12 Stunden auf.

Was ist eine Kontaktallergie?

Eine Kontaktallergie bezeichnet man auch als Kontaktekzem oder allergische Kontaktdermatitis. Sie tritt nicht sofort auf, sondern entwickelt sich erst durch wiederholten Hautkontakt mit Teebaumöl. Im Lauf der Zeit läuft im Körper eine sogenannte immunologische Sensibilisierung ab. Das Immunsystem lernt quasi, Teebaumöl als schädlichen Eindringling zu erkennen. Ist eine gewisse Grenze überschritten, werden bei Kontakt Histamine gebildet, die die allergische Reaktion auf Teebaumöl hervorrufen. Histamine wirken wie ein Alarmruf, der alle benachbarten Zellen um die Angriffsstelle herum in höchste Aufregung versetzt. Allerdings läuft die allergische Reaktion zeitverzögert ab. Der Körper braucht um die 12 Stunden, um die Kontaktallergie auszulösen.

Die Symptome einer allergischen Reaktion

Wenn der Körper Histamine ausschüttet, weiten sich die Blutgefäße. Die Alarmreaktion des Immunsystems führt zu folgenden Symptomen:

  • Die Umgebung der Kontaktstelle schwillt an.
  • Die Haut rötet sich.
  • Starker Juckreiz führt zu Kratzen.
  • Ein Ausschlag mit roten Quaddeln oder Knötchen bildet sich.
  • Nässende Bläschen erscheinen auf der Haut.
  • Die Haut schuppt und entzündet sich.

Bei einer Kontaktallergie bleiben diese Symptome auf die Stelle begrenzt, die Teebaumöl berührt hat. Anders sieht die Lage jedoch bei einer Kreuzallergie aus.

Was ist eine Kreuzallergie?

Kreuzallergie bedeutet, dass ein Mensch nicht nur auf eine bestimmte Substanz, sondern auf Gruppen von chemisch ähnlichen Stoffen allergisch reagiert. Wenn Sie bereits eine Allergie auf verschiedene Duftstoffe oder Harze entwickelt haben, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auch auf Teebaumöl allergisch reagieren. Falls Sie Terpentinöl nicht vertragen, kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit beim Kontakt mit Teebaumöl zu einer Kreuzallergie. Im Unterschied zur Kontaktallergie, können bei einer Kreuzallergie die Symptome überall am Körper auftreten.

Teebaumöl-Allergie: Was tun?

Wenn Sie auf Teebaumöl allergisch reagieren, sollten Sie unbedingt einen Fachmann aufsuchen. Ein Allergologe, ein speziell ausgebildeter Hautarzt, kann einen Allergietest durchführen. Dabei wird nachgeprüft, ob Ihr Immunsystem auf Teebaumöl tatsächlich allergisch reagiert. Normalerweise erhalten Sie die Diagnose innerhalb von 48 Stunden. Leider lässt sich eine Allergie bisher nicht erfolgreich behandeln. Die einzige Möglichkeit ist die Vermeidung von Teebaumöl, damit Sie nicht erneut unter allergischen Reaktionen leiden.

Sie sollten Teebaumöl in der Regel nicht unverdünnt anwenden. Pures Teebaumöl erhöht das Risiko einer allergischen Reaktion.

Nebenwirkungen bei Einnahme

Weil Teebaumöl äußerlich so viele Krankheitserreger bekämpft, verführt es zu der Annahme, es sei auch als oral verabreichte Medizin für die innere Anwendung wirksam. Allerdings stützen Studien diese Annahme nicht. Teebaumöl scheint auf den menschlichen Körper giftig zu wirken, allerdings in geringerem Umfang, als das bei Katzen und Hunden der Fall ist. Falls Teebaumöl irrtümlich in größeren Mengen verzehrt wurde, sollten Sie sofort den Giftnotruf verständigen.

Lungenschäden durch Teebaumöl?

Durch die Einnahme von Teebaumöl kann es zu Durchfall und Lungenschäden kommen, warnt das Bundesamt für Risikobewertung. Schwindel, Taumel, überhöhte Speichelproduktion und depressive Gemütsveränderungen wurden bei Vergiftungen durch Teebaumöl bei Hunden und Katzen beobachtet.

Teebaumöl und Brustwachstum

Eine US-amerikanische Studie machte vor ein paar Jahren Schlagzeilen: Der Kinderarzt Clifford Bloch hatte ungewöhnliches Brustwachstum, der Fachausdruck Gynäkomastie, bei drei Jungen beobachtet. Die Kinder im Alter von 4, 7 und 10 Jahren hatten Brüste entwickelt, nachdem sie täglich Kosmetikprodukte mit Teebaumöl und Lavendel verwendet hatten. Im Rahmen einer Studie fanden sie heraus, dass Phytoöstrogene dafür verantwortlich waren. Dabei handelt es sich um pflanzliche Substanzen in Teebaumöl und Lavendel, die im Körper wie Hormone wirken. Deshalb empfehlen wir, dass Sie die tägliche Anwendung von Kosmetika bei heranwachsenden Jungen und Mädchen vermeiden. Teebaumöl scheint bei täglichem Kontakt in der Lage zu sein, das Gleichgewicht der Hormone zu stören. Gegner der Studie wiesen darauf hin, dass diese Einzelfälle keine klinischen Studien mit repräsentativen Teilnehmerzahlen ersetzen können.

Khan SA, McLean MK, Slater MR. Concentrated tea tree oil toxicosis in dogs and cats: 443 cases (2002-2012). J Am Vet Med Assoc. 2014 Jan 1;244(1):95-9. doi: 10.2460/javma.244.1.95. PubMed PMID: 24344857.

Quellen

Da es seit 1991 zu ca. 30 Fällen von Hautsensibilisierungen kam, wurde ein Versuch an Meerschweinchen durchgeführt, um die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe ausfindig zu machen. Dabei wurde frisch destilliertes und altes (oxidiertes) Teebaumöl getestet. Das Ergebnis war eindeutig. Frischen Teebaumöl verursachte weitaus weniger Sensibilisierungen, als das oxidierte. Teebaumöl sollte daher immer luftdicht und lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Autoren: Hausen BM, Reichling J, Harkenthal M.
Ort, Datum: Heidelberg, Deutschland | Jun, 1999
Institut: Institut für Pharmazeutische Biologie
Quelle: Link zur Studie

Institut für Pharmazeutische Biologie, Universität Heidelberg

Institut für Pharmazeutische Biologie an der Universität Heidelberg

Es wurden 3 Fälle von Gynäkomastie (Männerbrüste) in Jugendlichen untersucht, die ansonsten ein gesundes Testosteron-Level hatten. Alle 3 Patienten verwendeten zuvor Teebaumöl oder Lavendelöl regelmäßig auf der Haut. Nachdem die äußere Applikation beendet wurde, verschwanden nur kurze Zeit später, die Symptome der Gynäkomastie. Man geht davon aus, dass beide Öle eine anti-androgene und estrogen-fördernde Wirkung besitzen.

Autoren: Derek V. Henley, Ph.D., Natasha Lipson, M.D., Kenneth S. Korach, Ph.D., and Clifford A. Bloch, M.D.
Ort, Datum: Durham, North Carolina, USA | Feb, 2017
Institut: Laboratory of Reproductive and Developmental Toxicology, National Institute of Environmental Health Sciences
Quelle: Link zur Studie

Regional Manager, Oncology Medical Science Liaisons at AbbVie, Inc.

Assistant Professor an der University of Colorado Hospital (UCH)

Reproductive & Developmental Biology Laboratory / Receptor Biology Group

Pediatric endocrinologist am Avista Adventist Hospital

In dieser Zusammenfassung werden die antibakteriellen und antiviralen Wirkmechanismen von Teebaumöl erörtert. Die Wirkung ist dabei auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die Zellen verlieren im Kontakt mit Teebaumöl die Fähigkeit, Kaliumionen und andere Nährstoffe weiter zu verarbeiten. Die "Atmung" der Zelle wird verhindert. Des Weiteren konnten die Zellen keine Resistenzen gegen das Teebaumöl bilden.

Autoren: Carson CF, Hammer KA, Riley TV.
Ort, Datum: Crawley, Australien | Jan. 2006
Institut: Microbiology and Immunology (M502), The University of Western Australia
Quelle: Link zur Studie

Professor an der Faculty of Health and Medical Sciences, University of Western Australia

Professor an der Faculty of Health and Medical Sciences, University of Western Australia

Research Associate an der University of Western Australia

Da es in der Vergangenheit öfters zu Kontaktallergien bei der Verwendung von purem Teebaumöl kam, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung die pure Anwendung als "unsicher" erklärt. Teebaumöl sollte deshalb nur noch in einer Konzentration von 1 % auf der Haut verwendet werden.

Autoren: Bundesinstitut für Risikobewertung
Ort, Datum: Berlin, Deutschland | Sep. 2003
Institut: Bundesinstitut für Risikobewertung
Quelle: Link zur Studie