Teebaumöl Zahnstein & Karies | Anwendung und Wirkung

Manche Menschen nennen Teebaumöl die kleinste Reiseapotheke. Sogar bei der Zahnpflege können Sie die umfassende Wirkung von Teebaumöl verwenden. Allerdings kann Teebaumöl alleine keine Wunder vollbringen.

Teebaumöl Zahnstein

Die Empfehlungen, Teebaumöl als Mittel gegen Zahnstein und zum Beseitigen von Karies einzusetzen, können Sie vergessen. Teebaumöl ersetzt nicht den Gang zum Zahnarzt, kann aber das Ausbreiten von Karies wirksam verhindern.

Teebaumöl gegen Zahnstein? Nein!

Wenn Sie die Entstehung von Zahnstein ansehen, wird klar, warum Teebaumöl in diesen Prozess nur in beschränktem Umfang eingreifen kann. In unserer Mundhöhle tummeln sich ständig Milliarden von Bakterien. Hunderte verschiedene Arten leben r auf der Zunge, dem Zahnfleisch und den Zähnen. Das ist von der Natur durchaus gewollt, denn sie helfen beim Aufspalten der Nahrung. Die Vielzahl der Bakterien im Mund unterstützen die Verdauung, manche greifen aber auch die Zähne an und verursachen Karies und Zahnfleischentzündungen. Aufgrund der Funktion der Bakterien sollten Sie nicht versuchen, die Keime dauerhaft zu beseitigen - es wäre ohnehin ein aussichtsloser Kampf.

Bereits wenige Minuten nach dem Zähneputzen hat bereits erneut ein dünner Speichelfilm die Zahnoberfläche überzogen. Auch wenn Sie die antibakterielle Wirkung von Teebaumöl in der Zahnpasta nutzen: Die Wirkung verpufft nach kurzer Zeit, denn die Mikroorganismen finden schnell wieder Nahrung im Speichel - besonders, wenn Sie viel Zucker oder einfache Kohlenhydrate essen. Stärke von weißem Mehl und einfache Zuckermoleküle zersetzt das Enzym Amylase bereits im Mund. Neben diesem Enzym enthält der Speichel auch Kalziumphosphate. Sie liefern nicht nur Mineralien für den Zahnschmelz. Der Biofilm aus Speichel und Bakterien auf den Zähnen (Plaque), kann dieses Kalzium ebenfalls aufnehmen und einlagern. Das Resultat: Zahnstein legt sich an den Zähnen fest, besonders in den Zwischenräumen, die Zahnbürsten nicht erreichen. Vor allem am Ansatz des Zahnfleisches, an der Innenseite der Schneidezähne und in Zahnzwischenräumen bildet sich mit der Zeit bei den meisten Menschen Zahnstein.

Wenn Sie Teebaumöl anwenden, können sich Vergiftungserscheinungen einstellen. Sie sollten Produkte mit Teebaumöl deshalb immer gründlich ausspülen. Führen Sie außerdem einen Verträglichkeitstest durch, bevor Sie Teebaumöl nutzen. Vermischen Sie 3 Tropfen Teebaumöl mit 1 Teelöffel Öl und tragen Sie diese Mischung auf die Innenseite der Arme auf. Wenn die Haut keine Nebenwirkungen zeigt, können Sie Teebaumöl verwenden.

Weil sich der Film aus Speichel permanent bildet und die Zähne überzieht, ist es schwierig, die Bildung von Zahnstein vollkommen zu vermeiden. Sie können schließlich nicht alle paar Minuten Ihren Mund mit Mundwasser desinfizieren. Sie können jedoch der Bildung von Bakterien mit Mundspülungen entgegenwirken und damit die Bildung von Zahnstein verlangsamen. Wie viel Zahnstein sich bildet, hängt von Ihrer Veranlagung ab, beziehungsweise von der Menge der Kalziumphosphate in Ihrem Speichel.

Zahnstein selbst entfernen mit Teebaumöl?

Mutige Zeitgenossen haben wiederholt versucht, Zahnstein selbst mit Zahnstochern oder Nadeln aus Metall zu entfernen. Das Entfernen von Zahnstein ist nur auf mechanischem Weg durch Instrumente oder Ultraschall möglich, da sich Zahnstein fest mit dem Zahnschmelz verbindet. Teebaumöl kann den Biofilm auf dem Zahnschmelz vorübergehend beseitigen. Für die Entfernung von Zahnstein ist es jedoch nicht geeignet. Wir raten Ihnen unbedingt davon ab, Zahnstein mit eigenem Werkzeug selbst zu entfernen. Die Gefahr, das Zahnfleisch zu verletzen oder den Zahnschmelz zu zerkratzen, ist dabei zu groß. Ihr Zahnarzt kann Zahnstein mit geeigneten Mitteln entfernen. Die Krankenkassen zahlen einmal im Jahr die sachgemäße Entfernung von Zahnstein in der Arztpraxis.

Teebaumöl gegen Karies? Jein!

Teebaumöl kann bereits vorhandene Kariesschäden nicht verringern. Es kann im Verein mit bewusster Ernährung jedoch dafür sorgen, das Ausbreiten der Karies zu verhindern. Das wird klar, wenn Sie sich die Entstehung von Karies verdeutlichen. Von den rund 300 Bakterien im Rachen verursachen nur 3 Sorten Karies:

  • Streptococcus mutans
  • Laktobazillen
  • Candidapilze

Diese Keime bilden Säure, wenn sie Zucker als Nahrung bekommen. Diese Säure greift den Zahnschmelz an und macht ihn porös. Wenn die Bakterien den Zahnschmelz durchdrungen haben, können sie sich festsetzen. Braune Flecken entstehen, die sich mit der Zeit zu Löchern ausweiten. Eine zuckerarme Ernährung ist deshalb die beste Vorbeugung gegen Karies. Teebaumöl im Mundwasser und in der Zahnpasta wirkt dem Ausbreiten von Karies entgegen, kann aber bereits vorhandene Schäden nicht reparieren. Teebaumöl ist besonders wirksam gegen die Erreger von Karies, weil es gleichzeitig gegen Bakterien, Viren, Pilze und sogar Parasiten wirkt. Da die Mundhöhle jedoch auf Bakterien angewiesen ist, bildet sich nach dem Zähneputzen schnell wieder die Plaque.

Candidose im Mund erkennen

Eine Infektion mit Candidapilzen - der Fachausdruck ist Candidose - ist relativ häufig. Bei jedem zweiten Deutschen lassen sich Hefepilze nachweisen. Ein intaktes Immunsystem hält die Pilze normalerweise in Schach. Gerät das Immunsystem aus dem Gleichgewicht, können sich die Hefepilze festsetzen. Wenn Sie verstärkt Karies an Ihren Zähnen bemerken, kann eine Candidose im Mund daran schuld sein. Diese Art der Pilzinfektion tritt in 3 verschiedenen Formen auf:

Bei der häufigsten Form, der pseudomembranösen Candidose, bilden sich weiße Sprenkel, die sich leicht abwischen lassen. Darunter kommt gerötete, trockene, glänzende Haut zum Vorschein.

Bei der erythematosen Candidose entstehen keine Belege. Die Schleimhaut rötete sich dabei vor allem auf der Zunge und brennt.

Bei der hyperplastischen Candidose sehen Sie weißen Belag mit roten Rändern auf der Zunge und der Schleimhaut. Diese Flecken lassen sich nicht entfernen.

Teebaumöl ist ein hervorragendes Mittel gegen alle Arten von Pilzen. Sie können orale Pilzinfektionen mithilfe von Mundspülungen und Zahnpasta mit Teebaumöl bekämpfen. Zur Sicherheit sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen und dessen Rat einholen. Eine chronische Pilzinfektion im Körper, die sich auch im Mund bemerkbar macht, kann die Einnahme oraler Medikamente erfordern. Dafür ist Teebaumöl nicht geeignet.

Teebaumöl in der Zahnpflege

Teebaumöl sollten Sie in der Zahnpflege - wie sonst auch - nur im Ausnahmefall unverdünnt verwenden. Wenn ein Kariesloch schmerzt und Sie nicht sofort Ihren Zahnarzt besuchen können, lindert Teebaumöl den Schmerz, wenn Sie es mit einem Wattestäbchen unverdünnt direkt auf den schmerzenden Zahn auftragen. Ansonsten empfiehlt es sich, Teebaumöl vorbeugend zu verwenden. In Zahnpasta und in Mundspülungen hilft Teebaumöl, Bakterienwachstum in Schach zu halten. Mit dieser starken Substanz können Sie Mundgeruch behandeln und Entzündungen im Zahnfleisch verhindern. Allerdings ist Teebaumöl nicht in der Lage, Zahnstein zu entfernen und Kariesschäden auszubessern.

Quellen

Patri G, Sahu A. Role of Herbal Agents - Tea Tree Oil and Aloe vera as Cavity Disinfectant Adjuncts in Minimally Invasive Dentistry-An In vivo Comparative Study. Journal of Clinical and Diagnostic Research : JCDR. 2017;11(7):DC05-DC09. doi:10.7860/JCDR/2017/27598.10147.