Vor dem Kauf beachten

Bevor Sie sich für ein Teebaumöl entscheide, sollte man sich unbedingt über die genaue Herkunft, Reinheit und Qalität des Produktes informieren. Wir haben insgesamt 4 Produkte auf Amazon geprüft und die Ergebnisse hier aufgelistet. Weiter unten gehen wir auf die einzelnen Punkte genauer ein.

Kriterien für den Einkauf

Bevor Sie sich für ein Teebaumöl entscheiden, sollten Sie folgende Kriterien unbedingt beachten:

  • Die Herkunft: Meiden Sie Teebaumöl aus China oder Afrika
  • Die Baumarten: Melaleuca alternifolia oder Melaleuca Linariifolia
  • Ein gültiges Haltbarkeitsdatum auf der Flasche
  • ISO-Standard: Teebaumöle mit ISO 4730:2017 Standard sind zu bevorzugen.
  • Apothekenprodukt: Darf das Teebaumöl auch in der Apotheke verkauft werden?
  • Der Preis: Ist das Öl verdächtig günstig?

Qualitätsunterschiede

Bei Teebaumöl gibt es teilweise enorme Unterschiede bei der Qualität. Dies ergab eine breit angelegte Untersuchung von Dr. Ezra Bejar. Für den einfachen Anwender sind die Unterschiede kaum bemerkbar, doch tatsächlich sind weltweit 49% aller Teebaumöle nicht zu 100% rein und sogar vorsätzlich verfälscht.

In Europa waren gut ein Drittel aller Samples verunreinigt, in England 7 von 20 und in Spanien 4 von 11. In anderen Ländern liegen keine genauen Daten vor, es wird aber von ähnlichen Zahlen ausgegangen. Dem Bericht zufolge sind verfälschte Teebaumöle häufig die Ursache für allergische Reaktionen und ein Ausbleiben der therapeutischen Wirkung.

Verfälschte Produkte haben einen höheren Anteil an Peroxiden, welche Hautreizungen verursachen. Auch der Anteil des krebserregenden Methyleugenol, ist weitaus höher als bei reinem Teebaumöl. Teebaumöl-Kenner beschreiben auch einen veränderten, künstlichen und scharf beißenden Geruch.

Verunreinigtes Teebaumöl wird mit günstigen Ölen wie Eukalyptusöl, Kiefernöl oder synthetischen Stoffen gestreckt. Laut dem AS 2782-Standard und dem ISO 4730-Standard, gelten Öle die nicht zu 100 % aus der Melaleuca alternifolia oder der Melaleuca linariifolia hergestellt wurden, ebenfalls als verunreinigt.

ISO-4730-2017

Teebaumöl enthält über 100 Wirkstoffe in der Hauptsache jedoch Terpinen-4-ol. Reines Teebaumöl sollte einen Anteil von mindestens 30 % dieses Hauptwirkstoffs enthalten. Hochwertiges Teebaumöl definiert sich darüber, möglichst nahe am natürlichen Ursprung zu sein. D.h.: Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe sollen so wie die des Melaleuca Alternifolia oder Melaleuca Linariifolia in seinen ursprünglichen Wachstumsgebieten in Australien sein. Nur dann entfaltet das Öl seine volle therapeutische Wirkung. Diese Zusammensetzung ist als Norm im ISO-4730-2017-Standard festgelegt.

terpinen-4-ol35,0 - 48,0
γ-terpinene14,0 - 28,0
α-terpinene6,0 - 12,0
α-terpinolene1,5 - 5,0
α-terpineol2,0 - 5,0
α-pinene1,0 - 4,0
1,8-cineoletr - 10,0
p-cymol0,5 - 8,0
aromadenrene0,2 - 3,0
δ-cadinene0,2 - 3,0
ledene0,1 - 3,0
limonene0,5 - 1,5
sabinenetr - 3,5
globuloltr - 1,0
viridifloroltr - 1,0

Die Wirkung des Teebaumöls ergibt sich aus der komplexen Zusammensetzung der verschiedenen Inhaltsstoffe. Auch wenn das Terpinen-4-ol als Hauptinhaltsstoff angesehen wird und der Anteil für eine gute Qualität mindestens 30% betragen muss, sind die anderen Bestandteile deswegen nicht weniger wichtig. Es werden 15 verschiedene chemische Komponenten definiert, die einen Fingerabdruck des reinen Teebaumöls darstellen. Diese originale Zusammensetzung wurde 2017 im ISO-Standard 4730-2017 festgeschrieben. Er definiert den Mindest- und Höchstanteil der wichtigsten Inhaltsstoffe. Der ISO-Standard ist demnach ein Nachweis, dass es sich um 100% reines und hochwertiges Teebaumöl handelt.

Teebaumöl besteht zu knapp 40% aus Terpinen-4-ol, das die antibakterielle Wirkung weitgehend erklärt. Doch wie sich in einer Untersuchung von Dr. Christine Carson herausstellte, ist vor allem die komplexe Zusammensetzung des Öls bzw. der bisher 113 bekannten chemischen Verbindungen für die Wirkung verantwortlich. In dieser natürlichen Zusammensetzung ist es um einiges effektiver gegen Bakterien, als isoliertes Terpinen-4-ol. Um die genaue Wirkungsweise der 113 Inhaltsstoffe und deren Wechselwirkung auch nur ansatzweise zu verstehen, sind viele weitere Untersuchungen nötig.

Herkunft & Anbau

Teebaumöl wird in mehreren Ländern hergestellt. Australien ist das Ursprungsland, wo es bereits die Ureinwohner, die Aborigines zu medizinischen Zwecken verwendet haben. Mit 700 - 850 Tonnen ist Australien der größte Exporteur weltweit. Doch auch in China (~200 t), Kenia (~20 t), Zimbabwe (~20 t) und Südafrika (~35 t) wird Teebaumöl angebaut. In Kalifornien (USA), Neuseeland, Thailand und Malaysia gibt es ebenfalls kleinere Felder. Australisches Teebaumöl hat die bessere Qualität, da die Melaleuca alternifolia nicht nur beheimatet ist, sondern auch das beste "Know-how" für den Anbau und die Destillation vorhanden ist.

In den Hauptanbaugebieten Australiens – in South Wales und Queensland - wird der immergrüne Teebaum in Plantagen angebaut. Die Bäume stehen dort in dichten Reihen und werden häufig abgeerntet, so dass sie niedrig und buschförmig bleiben. Reines Öl wird nur aus den Sorten Melaleuca alternifolia und Melaleuca linariifolia gewonnen. Die Ernte stammt vom selben Feld und wird nicht mit Chargen von anderen Feldern gemischt.

Untersuchungen haben gezeigt, dass einige Länder (wie z. B. wie China) mehr Öl exportieren, als sie anbauen. Teebaumöl aus diesen Ländern ist nahezu garantiert verunreinigt. Laut Stefan Gafner dem wissenschaftlichen Direktor des gemeinnützigen ABC (American Botanical Council) sind die hohen Preise für reines Teebaumöl und die steigende Nachfrage der Grund für die absichtlich hervorgerufenen Verunreinigungen.

Destillation und Herstellung

Ein weiterer Qualitätsfaktor ist die Art der Herstellung und dabei in erster Linie die Destillation. Diese sollte möglichst bei niedrigem Druck und ohne Auszugshilfsmittel erfolgen, um alle Inhaltsstoffe zu erhalten. Öle die mehrfach destilliert werden, sind nicht zu empfehlen, da sich der Anteil an Terpinen-4-ol so zwar künstlich in die Höhe treiben lässt, andere Inhaltsstoffe dadurch aber auf der Strecke bleiben. Bei einem wirklich hochwertigen Teebaumöl sollte der Terpinen-4-ol-Gehalt schon nach der ersten Destillation bei ca. 40% liegen. Wenn sich Hersteller einer mehrfachen Destillation bedienen, ist dies in der Regel ein Indikator für weniger hochwertiges Ursprungsmaterial oder einem Gemisch von minderwertigen Chargen.